Autor Thema: Parteien zur Europawahl  (Gelesen 9266 mal)

Offline Opa Steve

  • Administrator
  • Glorious Metalhead
  • *****
  • Beiträge: 2123
Re: Parteien zur Europawahl
« Antwort #15 am: Juli 18, 2009, 03:48:29 Nachmittag »
Allerdings weiß aber auch keiner von euch so recht, was es heißt, in einem totalitären System aufgewachsen zu sein.

Wenn das hier mit Schäuble und Zensursula so weitergeht, erleben wir es vielleicht noch?  :icon_mad:  Die Richtung stimmt jedenfalls.... so grob .....


Zitat
Ich sehe Demokratie als nicht unbedingt förderlich für die Menschheit an, weil wir momentan noch zu doof dafür sind.

Demokratie hat viele Nachteile, und die Doofheit/Desinteresse der Wählerschaft ist einer davon. Die Leute lassen sich zu viel Käse einimpfen und Angst machen. Nimm nur mal Afghanistan und das Cannabisverbot als Beispiel. Wenn du eine repräsentative Umfrage machst, ob Deutschlands Freiheit am Hindukusch verteidigt wird und Cannabis total böse ist, wird dir das vermutlich sogar ein Großteil der Bevölkerung genau so bestätigen. Weil wir das so eingeimpft bekommen, und was "oben" gesagt wird, findet der Preuße erst mal richtig. Und das in einem Land, welches die Teilnahme an Angriffskriegen in der Verfassung ausgeschlossen hat, und der volkswirtschaftlich unschlagbare Schaden durch tolerierten (und für Steuereinnahmen sogar absatznotwendigen) Alkohol und Tabak nie bestritten wurde. Und aktuell erzählt man uns halt, dass man im Internet Stoppschilder aufstellen muss, damit Kinderpornografie eingedämmt wird - und dass jeder bärtige Nachbar, der ein Streichholz in der Hand hält, ein Terrorist ist. Die meisten werden's wieder glauben, dass das der richtige Weg ist (Lestat, wie denkt man eigentlich in der Exekutive darüber? Obrigkeitshörig, oder in der Schizophrenie zwischen selbständigen Denken und Linientreue?).

Ein weiterer schwerwiegender Nachteil unserer Stellvertreter-Demokratie ist, dass der Einfluss des Volkes auf politische Entscheidungen nahezu null ist. Wir wählen, und 4 Jahre machen die im Prinzip, was sie wollen. Ob Volksentscheide ein besseres Ergebnis bringen (s. Kritik oben) weiß ich auch nicht, aber es wäre mal ein Ansatz, die Menschen aus der Lethargie herauszuführen, damit sie sich auch mal wieder mit einem Thema beschäftigen, auf welches sie Einfluss haben.

Solange wir aber keinen "guten" Diktator ausgraben, der tatsächlich im positiven Sinne agiert, anstatt an sich selbst zu denken, ist Demokratie wahrscheinlich das kleinste Übel. Was mich aber nicht daran hindert, zu meckern, oder auch mal reinschlagen zu wollen  :icon_evil:

Opa
« Letzte Änderung: Juli 18, 2009, 03:52:37 Nachmittag von Opa Steve »

kex

  • Gast
Re: Parteien zur Europawahl
« Antwort #16 am: Juli 20, 2009, 10:15:12 Vormittag »

Momentan kursiert ja via myspace eine Umfrage, inkl. Mitgliederwerbung, mit dem Slogan: "Anti Antifa! Macht uns den Pagan-Metal nicht kaputt!". Ich weiß grad nicht, was ich davon halten soll.

Vik 
Also, wenn es ein Aufruf seitens derer ist, die der Anti-Antifa kritisch gegenüberstehen, begrüße ich diesen Aufruf. Allerdings ist natürlich die Frage danach, wer jetzt wen für was nutzt - sprich die anti antifa, die pagan metal für sich neu entdeckt und loszieht, oder aber ob die musikrichtung (ohne es zu wollen) schon immer rechts gerichtete Bands angezogen hat.
Gab es da irgendeinen aktuellen Anlass aus dessen Grund die Umfrage startete?

Vikingsgaard

  • Gast
Re: Parteien zur Europawahl
« Antwort #17 am: Juli 20, 2009, 05:46:34 Nachmittag »
Ich denke mal, dass die Organisatoren vom Northern Lights Festival in Österreich dahinter stecken. Das Festival wurde von Anfang an sehr kritisch beäugt, erst nur von den Einheimischen und dann eben auch von lokalen linken Politikern, die mal irgendwas über Pagan, speziell eben diesen Vikinger- und Germanenkult, gehört hatten und damit, aus Unwissenheit, das Thema Nazis ins Spiel brachten. Es wurde voriges Jahr, meine ich, auch verboten und dann wieder genehmigt...
Dieses Jahr sollten auch OBSCURITY da spielen, aber als der Headliner NARGAROTH bekannt gegeben wurde, cancelten wir die ganze Geschichte.

Die haben es sich selber versaut, wenn man solche Spacken als Headliner verpflichtet. Jetzt jammern sie halt rum und verstehen die, linke, Welt nicht mehr. Überall werden Pagan - und Viking-Festivals abgehalten, nur ihres steht immer unter Beschuss...blabla. Tja, bei solchen Bands kein Wunder!

Ich mag dieses Antifa-Gesäusel im Zusammenhang mit Viking-Metal überhaupt nicht, da bin ich ehrlich. Schwarze, aka braune, Schafe gibt es überall, kein Thema, aber wenn man aus Unwissenheit, oder eher politischer Geltungssucht, versucht, ein ganzes Genre über einen Kamm zu scheren, dann habe ich da was gegen! Deswegen sympathisiere ich mit diesem Anti-Antifa Gedanken, aber nicht aus politischen, sondern aus persönlichen und musikalischen Gründen.

Vik

Offline Lestat

  • Der Schatten, der die Nacht durchflattert
  • Senior Metalhead
  • ******
  • Beiträge: 892
Re: Parteien zur Europawahl
« Antwort #18 am: Juli 22, 2009, 02:30:23 Nachmittag »
Zitat
Ich sehe Demokratie als nicht unbedingt förderlich für die Menschheit an, weil wir momentan noch zu doof dafür sind.

Demokratie hat viele Nachteile, und die Doofheit/Desinteresse der Wählerschaft ist einer davon. Die Leute lassen sich zu viel Käse einimpfen und Angst machen. Nimm nur mal Afghanistan und das Cannabisverbot als Beispiel. Wenn du eine repräsentative Umfrage machst, ob Deutschlands Freiheit am Hindukusch verteidigt wird und Cannabis total böse ist, wird dir das vermutlich sogar ein Großteil der Bevölkerung genau so bestätigen. Weil wir das so eingeimpft bekommen, und was "oben" gesagt wird, findet der Preuße erst mal richtig. Und das in einem Land, welches die Teilnahme an Angriffskriegen in der Verfassung ausgeschlossen hat, und der volkswirtschaftlich unschlagbare Schaden durch tolerierten (und für Steuereinnahmen sogar absatznotwendigen) Alkohol und Tabak nie bestritten wurde. Und aktuell erzählt man uns halt, dass man im Internet Stoppschilder aufstellen muss, damit Kinderpornografie eingedämmt wird - und dass jeder bärtige Nachbar, der ein Streichholz in der Hand hält, ein Terrorist ist. Die meisten werden's wieder glauben, dass das der richtige Weg ist (Lestat, wie denkt man eigentlich in der Exekutive darüber? Obrigkeitshörig, oder in der Schizophrenie zwischen selbständigen Denken und Linientreue?).
Hm, gute Frage. Ich befürchte hier gilt das gleiche wie für jede Musikszene: man kann nicht alle über einen Kamm scheren. Also außer mir weiß ich in meiner Klasse von noch einem, der die Piraten gewählt hat. Und auch allgemein habe ich bisher in den Praktika eher die Erfahrung gemacht, dass zumindest in Hessen eher kritisch gedacht wird. Aber sicher nicht nur. Gerade wenn mangelnde Information auf Misstrauen trifft, dann ist das immer ein herrlicher Nährboden für Vorurteile und Verallgemeinerungen.

Zitat
Ein weiterer schwerwiegender Nachteil unserer Stellvertreter-Demokratie ist, dass der Einfluss des Volkes auf politische Entscheidungen nahezu null ist. Wir wählen, und 4 Jahre machen die im Prinzip, was sie wollen. Ob Volksentscheide ein besseres Ergebnis bringen (s. Kritik oben) weiß ich auch nicht, aber es wäre mal ein Ansatz, die Menschen aus der Lethargie herauszuführen, damit sie sich auch mal wieder mit einem Thema beschäftigen, auf welches sie Einfluss haben.
Andererseits würde mir bei ner direkten Demokratie noch übler beim Gedanken daran, was und wer alles wählen darf.  Und daher:

Zitat
Solange wir aber keinen "guten" Diktator ausgraben, der tatsächlich im positiven Sinne agiert, anstatt an sich selbst zu denken, ist Demokratie wahrscheinlich das kleinste Übel. Was mich aber nicht daran hindert, zu meckern, oder auch mal reinschlagen zu wollen  :icon_evil:
Leider :(. Wir müssen uns mal auf die Suche nach König Löwenherz machen ;).